Wenn Väter und Mütter ihre Kinder schlagen – und wenn Eltern sich schlagen und ihre Kinder zuschauen müssen

Ein Weg von der Täter*innenschaft zum fürsorglichen Elternteil

Häusliche Gewalt

wird häufiger von Männern als von Frauen ausgeübt. In wesentlich mehr Fällen schlagen Väter bzw. Männer in der Vaterrolle als Mütter oder Frauen in der Mutterrolle ihre Kinder, und noch häufiger prügeln Männer ihre Partnerinnen, statt dass sie Gewalt durch ihre Partnerin erfahren. Ungeachtet dessen lässt sich aber auch feststellen, dass das Thema Gewalt durch Frauen vielfach ein Tabuthema darstellt, was dieser Problematik sicherlich nicht gerecht wird. Die Praxis zeigt, dass auch Mütter körperliche Gewalt ausüben und die verheerenden Folgen bagatellisieren, welche die erlebte oder miterlebte Gewalt für Kinder hat. Kinder leiden sowohl an der direkt erfahrenen häuslichen Gewalt durch ihre Eltern als auch in hohem Maße durch die Zeugenschaft von Gewalt zwischen ihren Eltern oder maßgeblicher Bezugspersonen.

Die herkömmliche Diskussion, dass dieser Personenkreis Psychotherapie benötige oder die „üblichen“ Beratungsangebote nutzen solle, greift zu kurz. Der Sinn und die  Notwendigkeit von spezifischen, niedrigschwelligen Beratungsangeboten stehen außer Frage und helfen in hohem Maße Kindswohlgefährdungen vorzubeugen. Darüber hinaus ist es wichtig, unterschiedliche Gewaltformen bzw. Gewalttypen, die bei der Ausübung häuslicher Gewalt eine Rolle spielen können, zu kennen.

 

Ihr Nutzen: Wie profitieren Sie vom Seminar?

  • Sie lernen die Dynamiken kennen, die in einem Täter häuslicher Gewalt wirken:
    • Was motiviert ihn, Gewalt auszuüben?
    • Was hindert ihn daran, sein Verhalten zu beenden?
    • Was könnte ihn motivieren, aus der Gewaltspirale auszusteigen?
  • Auch wenn die Forschung und die praktischen Erfahrungen mit gewalttätigen Männern umfassender sind, wird auch ein Blick auf die aktuellen Erkenntnisse über die Gewalt durch Frauen im häuslichen Umfeld gerichtet.
  • Sie lernen unterschiedliche Gewaltformen und unterschiedliche Täter*innentypen kennen.
  • Sie erkennen die Folgen für die betroffenen Töchter und Söhne, die unter diesen Umständen aufwachsen.
  • Sie lernen die Vorteile eines spezifischen Beratungsangebotes für körperlich gewalttätige Eltern kennen.
  • Sie lernen die Prinzipien und Grundhaltungen von professioneller Anti-Gewaltberatung als effektiven Opferschutz kennen.
  • Sie erhalten Hinweise, wie professionelle Gewaltberatung effektiven Opferschutz darstellt.
  • Sie lernen praktische Methoden kennen, die Sie in der Arbeit mit gewalttätigen Menschen anwenden können.

 

Was sind die konkreten Inhalte?

Im Seminar lernen die Teilnehmer*innen

  • die Grundprinzipien einer niederschwelligen Täter*innenberatung als effektiven Opferschutz kennen,
  • zu erkennen, wann Täter*innenberatung „Sinn“ macht
  • und wie ein optimales Setting zu gestalten ist,
  • was gewalttätigen Vätern und Müttern im beraterischen Kontext hilft,
  • die Inhalte und Ziele der spezifischen Beratung von gewalttätigen Eltern kennen
  • zu unterscheiden, wann welches Hilfeangebot angezeigt ist: Elterncoaching, Psychotherapie, Erziehungsberatung, Aufsuchende Familientherapie usw.

 

Zielgruppe: An wen richtet sich das Seminar?

Das Seminar richtet sich an Mitarbeiter*innen aus Praxisfeldern der sozialen Arbeit und der Pädagogik (Jugendamt, ASD, Beratungsstellen, Schulen) sowie an Berater*innen und (Psycho-)Therapeut*innen in freier Praxis.

 

Arbeitsformen: Wie arbeiten wir im Seminar?

Im Seminar wird in einem Wechsel von theoretischen Impulsen, Praxisreflexion, Selbsterfahrung, moderierter Plenumsdiskussion, Kleingruppen und Einzelreflexion gearbeitet. Konkrete Übungen in Rollenspielen helfen, das Erlernte im geschützten Seminarrahmen in die eigene Arbeitsweise zu integrieren.

 

Teilnehmer*innenzahl

Am Seminar können maximal 16 Personen teilnehmen.

 

Termin und Arbeitszeiten

Beginn:    Montag,        02. Juli 2018, 09.30 – 12.30 u. 14.00 – 17.00 Uhr
Ende:       Dienstag,       03. Juli 2018, 09.00 – 12.30 u. 14.00 – 17.00 Uhr

 

Für ganz Neugierige die passende Literatur

  • Strasser, P. (2007). In meinem Bauch zittert alles – Traumatisierung von Kindern durch Gewalt gegen die Mutter. In Kavemann, B., & Kreyssig, U. (Hrsg.), Handbuch Kinder und häusliche Gewalt (S. 53–66). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Kindler, H., Salzgeber, J., Fichtner, J., & Werner, A. (2004). Familiäre Gewalt und Umgang. Zeitschrift für das gesamte Familienrecht, 51, 1241–1252.

 

Kosten

Teilnahmegebühr: 260,– €
Darin sind Pausengetränke (Kaffee, Tee, Mineralwasser) enthalten.

Unser Weiterbildungsinstitut befindet sich in der Nähe zur Altstadt, wo zahlreiche Möglichkeiten zum Mittagessen vorhanden sind.
Für etwaige Übernachtungen tragen Sie bitte selber Sorge. Sie wünschen Unterstützung bei der Zimmersuche? Bitte melden Sie sich bei uns!

Einzelheiten zur Fördermöglichkeit für Ihre Teilnahme erfahren Sie unter: http://www.bildungspraemie.info
Eine von Ihnen beantragte Förderung wird zunächst mit der Teilnahmegebühr verrechnet. Bitte beachten Sie dabei, dass bei nicht Bewilligung dieser Förderung der Differenzbetrag zur vollen Teilnahmegebühr Ihnen nachträglich in Rechnung gestellt wird.

 

Zahlungsmodalitäten

Die Kosten werden mit der Einladung zum Seminar (ca. 6 Wochen vor Beginn) in Rechnung gestellt. Die Rücktrittsbedingungen finden Sie auf dem Anmeldeformular.

 

Anmeldung und Zulassung

Bitte melden Sie sich schriftlich mit beigefügtem Anmeldebogen oder online (www.tandem-freiburg.org/tandem-institut/programm) an. Die Anmeldung ist verbindlich.
Der Eingang der Anmeldung wird schriftlich bestätigt. Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen bis maximal 16 Plätze vergeben.

Vertragspartner ist tandem PRAXIS & INSTITUT GbR, Freiburg
Geschäftsführer: Gabi Locherer, Jochen Leucht

 

Sie wünschen Beratung? Bitte melden Sie sich!

Fragen zur Veranstaltungsorganisation: Bei inhaltlichen Fragen:

Gisa Windhüfel

institut@tandem-freiburg.org

Jochen Leucht

leucht@tandem-freiburg.org

Telefon: +49 (0) 761 – 45 89 56 33
Fax: +49 (0) 761 – 45 89 56 37
Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie besondere Unterstützung/Assistenz brauchen.