Partnerschaft und Trauma – eine brisante Verbindung

Partnerschaft und Trauma – eine brisante Verbindung

Wie arbeiten wir mit Frauen, Männern oder Paaren, wenn eine/r der beiden oder beide (frühe) Bindungstraumata erlitten hat/haben? Wie reagieren wir, wenn erwachsene Partner sich streiten wie die Kesselflicker und ihre Kinder ggf. mit hineinziehen, wenn der/die eine oder andere sich als „beratungsresistent“ erweist, und wir ahnen, dass sich hinter dem Widerstand massive frühe Verlustängste oder Gewalterfahrungen verbergen, die zu schrecklich zu sein scheinen, um angeschaut werden zu können? Was ist, wenn Sexualität als Gewalt erfahren oder reinszeniert wird, weil „sie früher so erlebt wurde“ – oder wenn Sexualität von einer/einem eingefordert wird, während der/die andere heilfroh ist, nicht behelligt zu werden?

Gerade frühe Bindungstraumata laden ein zu Wiederholungen traumatischer Elternbeziehungen oder anklammerndem Verhalten, wenn die Partner*innen alles an Liebe und Fürsorge ersetzen sollen, was man als Kind nicht bekommen konnte. Wer nicht zu ihrem/seinem Recht kommt, weil der/die Partner*in dauernd versorgt werden muss, wird uns versuchen zu instrumentalisieren: Hilf mir doch, MIR! Und wir haben alle Hände voll zu tun, uns nicht in das Täter-Opfer-Retter-Dreieck hineinziehen zu lassen oder als ohnmächtige Zeugen des partnerschaftlichen Niedermachens, in dem es gelegentlich „wie um Leben und Tod geht“, dabeizusitzen. Was hilft? Und wie arbeiten wir mit einer/einem der beiden oder auch im Paargespräch, damit die Wiederholungen und Reinszenierungen aufgelöst werden können?

 

Zielgruppe

Das Seminar richtet sich an Fachfrauen und -männer aus Feldern des Gesundheits- und Sozialwesens, z.B.:

  • Ärzt*innen,
  • Psychotherapeut*innen / Psycholog*innen,
  • Sozialpädagog*innen, Sozialarbeiter*innen,
  • Lehrer*innen,
  • Erzieher*innen,

und aus

  • Jugendämtern,
  • Frauen- und Kinderschutzorganisationen,
  • Psychiatrien, Kinder- und Jugendpsychiatrien,
  • Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen,
  • Fachhochschulen.

 

Wie wird gearbeitet?

Im Seminar wird in einem Wechsel von theoretischen Impulsen, Praxisreflexion, Selbsterfahrung, moderierter Plenumsdiskussion, Kleingruppen und Einzelreflexion gearbeitet.

 

Fortbildungspunkte

werden bei der Psychotherapeutenkammer Baden-Württemberg beantragt.

 

Termin und Arbeitszeiten

Mittwoch,    02. Dezember 2020, 11.00 bis 19.00 Uhr
Donnerstag,   03. Dezember 2020, 10.30 bis 17.30 Uhr

 

Für ganz Neugierige eine Literaturauswahl

  • 2018; Der innere Ausstieg. Transgenerationale Gewalt überwinden, Books on Demand
  • 2013; Der Feind im Inneren: Psychotherapie mit Täterintrojekten. Wie finden wir den Weg aus der Ohnmacht und Gewalt? Paderborn: Junfermann
  • 2012; Transgenerationale Traumatisierung. Paderborn: Junfermann
  • 2010; Viel sein – ein Handbuch. Paderborn: Junfermann
  • 2009; Von der Dunkelheit zum Licht. Mit Pauline C. Frei. Paderborn: Junfermann
  • 2006; Der innere Garten. Ein achtsamer Weg zur persönlichen Veränderung. Paderborn: Junfermann, 3. Auflage
  • 2006; Leiden hängt von der Entscheidung ab. Gedichte & Texte zu Leben, Sterben und Heilwerden. Mit Pauline C. Frei. Paderborn: Junfermann
  • 2003; Trauma und die Folgen. Trauma und Traumabehandlung, Teil 1. Paderborn: Junfermann
  • 2003; Wege der Traumabehandlung. Trauma und Traumabehandlung, Teil 2. Paderborn: Junfermann

 

Kosten und Zahlungsmodalitäten

Teilnahmegebühr: 390,– €

Darin enthalten sind Pausengetränke (Kaffee, Tee, Mineralwasser). Die Kosten werden mit der Einladung zum Seminar (ca. 6 Wochen vor Beginn) in Rechnung gestellt. Die Rücktrittsbedingungen finden Sie auf dem Anmeldeformular.

Für etwaige Übernachtungen tragen Sie bitte selber Sorge. Sie wünschen Unterstützung bei der Zimmersuche? Bitte melden Sie sich bei uns!

Einzelheiten zur Fördermöglichkeit für Ihre Teilnahme erfahren Sie unter: http://www.bildungspraemie.info. Eine von Ihnen beantragte Förderung wird zunächst mit der Teilnahmegebühr verrechnet. Bitte beachten Sie dabei, dass bei Nichtbewilligung dieser Förderung der Differenzbetrag zur vollen Teilnahmegebühr Ihnen nachträglich in Rechnung gestellt wird.

 

Anmeldung und Zulassung

Bitte melden Sie sich online (www.tandem-freiburg.org) oder schriftlich mit beigefügtem Anmeldeformular an.

Der Eingang der Anmeldung wird schriftlich bestätigt. Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen bis maximal 21 Plätze vergeben.

Änderungen wegen Krankheit/Ausfall der Referent*innen oder mangelnder Teilnehmer*innenzahl sind manchmal unvermeidlich. Bei zu geringer Teilnehmer*innenzahl behalten wir uns vor, das Seminar drei bis vier Wochen vor Beginn abzusagen.

Wir empfehlen den Teilnehmenden, eine Seminarrücktrittversicherung abzuschließen, um einen unvorhergesehenen/ungeplanten Rücktritt kurz vor Seminarbeginn finanziell abzufedern.

Vertragspartner ist tandem PRAXIS & INSTITUT GbR, Freiburg
Geschäftsführer: Gabi Locherer, Jochen Leucht

 

Sie wünschen Beratung? Bitte melden Sie sich!

Fragen zur Veranstaltungsorganisation:
Gisa Windhüfel
institut@tandem-freiburg.org

Bei inhaltlichen Fragen:
Jochen Leucht
leucht@tandem-freiburg.org

Telefon +49 (0) 761 – 45 89 56 33
Fax +49 (0) 761 – 45 89 56 37

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie besondere Unterstützung/Assistenz brauchen.