Familiengeheimnisse und generationsübergreifende Traumafolgen

Verborgen und doch spürbar …

Familiengeheimnisse, körperliche und seelische Traumata, familiärer Stress und zementierte Glaubenssätze wirken sich nicht nur auf diejenigen aus, die es selbst erleiden, es kann sich sogar auf die nachfolgenden Generationen auswirken. Diese entwickeln dann Symptome, als hätten sie das Leid der Eltern selbst erlebt: unerklärliche Ängste, Beziehungsstörungen, Albträume und psychosomatische Erkrankungen. Und sie inszenieren die Schrecknisse der Eltern und Großeltern unbewusst immer wieder neu.

Dabei ist es das eine, die transgenerationale Traumatisierung theoretisch zu verstehen. Das andere ist schwieriger: sich ganz konkret damit auseinanderzusetzen, welche Folgen die Traumata der Herkunftsgenerationen für das eigene Denken, Fühlen und Handeln hatten. Zu erkennen, dass das eigene Leid aus der persönlichen Erfahrung mit den Eltern oder anderen wichtigen Bindungspersonen herrührt, ist schon hart. Noch schwieriger wird es, wenn man erkennen muss, wie sehr die eigenen Einstellungen, Vorstellungen, Haltungen – und wie sehr der eigene Kummer durch Übertragungen aus den Eltern-, Großeltern- und Urgroßeltern-Generationen und deren persönlicher, sozialer und politischer Erfahrung herrühren. Subkutan – also wie unter der Haut – vermittelt sich die Atmosphäre aus der Herkunftsfamilie. So vermitteln sich Familiengeheimnisse, unverarbeitete Erschütterungen, Todesängste, existenzielle Nöte aller Art. Sie erzeugen Schmerz, seelischen und körperlichen. Und oft genug ist es schwierig zu erkennen, woher dieser Schmerz kommt. Wie können wir selbst unsere transgenerationalen Übertragungen erkennen, und wie bei unseren Klient*innen? Was hilft, um sich dem delegierten, dem bislang nicht verarbeiteten Schmerz zu stellen, der uns herausfordert? Spannende Themen für ein Seminar, das die Möglichkeit zu persönlichen und therapeutischen Erfahrungen verbindet.

Michaela Huber zeigt in einfühlsamer Weise Fallbeispiele aus ihrer eigenen Praxis, verknüpft diese mit aktuellen Forschungsergebnisse und eröffnet einen Zugang zu dem komplexen Thema „Familiengeheimnisse und generationsübergreifende Traumafolgen“ und lässt dies unter neuem Licht erscheinen.

 

Zielgruppe

Das Seminar richtet sich an Fachfrauen und -männer aus Feldern des Gesundheits- und Sozialwesens, z.B. Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeut*innen / Psycholog*innen, Sozialpädagog*innen, Sozialarbeiter*innen aus Jugendämtern, Frauen- und Kinderschutzorganisationen, Psychiatrien, Kinder- und Jugendpsychiatrien, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen.

 

Wie wird gearbeitet?

Im Seminar wird in einem Wechsel von theoretischen Impulsen, Praxisreflexion, Selbsterfahrung, moderierter Plenumsdiskussion, Kleingruppen und Einzelreflexion gearbeitet.

 

Fortbildungspunkte

werden bei der Psychotherapeutenkammer Baden-Württemberg beantragt.
Teilnehmer*innenzahl

 

Termin und Arbeitszeiten

Mittwoch, 8. Juni 2022, 11.00 bis 19.00 Uhr
Donnerstag, 9. Juni 2022, 11.00 bis 17.00 Uhr

 

Für ganz Neugierige eine Literaturauswahl

  • 2018; Der innere Ausstieg. Transgenerationale Gewalt überwinden, EBook
  • 2013; Der Feind im Inneren: Psychotherapie mit Täterintrojekten. Wie finden wir den Weg aus der Ohnmacht und Gewalt? Paderborn: Junfermann
  • 2012; Transgenerationale Traumatisierung. Paderborn: Junfermann
  • 2010; Viel sein – ein Handbuch. Paderborn: Junfermann
  • 2009; Von der Dunkelheit zum Licht. Mit Pauline C. Frei. Paderborn: Junfermann
  • 2006; Der innere Garten. Ein achtsamer Weg zur persönlichen Veränderung. Paderborn: Junfermann, 3. Auflage
  • 2006; Leiden hängt von der Entscheidung ab. Gedichte & Texte zu Leben, Sterben und Heilwerden. Mit Pauline C. Frei. Paderborn: Junfermann
  • 2003; Trauma und die Folgen. Trauma und Traumabehandlung, Teil 1. Paderborn: Junfermann
  • 2003; Wege der Traumabehandlung. Trauma und Traumabehandlung, Teil 2. Paderborn: Junfermann

 

Lernort

wispo-tandem-Institut, Wintererstraße 4, 79104 Freiburg

 

Kosten und Zahlungsmodalitäten

Teilnahmegebühr: 350,– €
Darin enthalten sind Pausengetränke (Kaffee, Tee, Mineralwasser). Die Kosten werden in der Regel 4 Wochen vor Beginn in einer Summe fällig. Die Rücktrittsbedingungen finden Sie auf dem
Anmeldeformular.
Für etwaige Übernachtungen tragen Sie bitte selber Sorge. Sie wünschen Unterstützung bei der Zimmersuche? Bitte melden Sie sich bei uns!
Einzelheiten zur Fördermöglichkeit für Ihre Teilnahme erfahren Sie unter: http://www.bildungspraemie.info. Eine von Ihnen beantragte Förderung wird zunächst mit der Teilnahmegebühr verrechnet. Bitte beachten Sie dabei, dass bei Nichtbewilligung dieser Förderung der Differenzbetrag zur vollen Teilnahmegebühr Ihnen nachträglich in Rechnung gestellt wird.

 

Anmeldung

Bitte melden Sie sich online (www.systemisches-zentrum.de) an. Der Eingang der Anmeldung wird schriftlich bestätigt. Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen bis maximal 25 Plätze vergeben.

Änderungen wegen Krankheit der Referent*innen oder mangelnder Teilnehmer*innenzahl sind manchmal unvermeidlich. Bei zu geringer Teilnehmer*innenzahl behalten wir uns vor, das Seminar drei bis vier Wochen vor Beginn abzusagen.

Wir empfehlen den Teilnehmenden, eine Seminarrücktrittversicherung abzuschließen, um einen unvorhergesehenen/ungeplanten Rücktritt kurz vor Seminarbeginn finanziell abzufedern.

Vertragspartner ist wispo AG, Wiesbaden

 

Sie wünschen Beratung? Bitte melden Sie sich!
Telefon +49 (0) 761 – 45 89 56 33
Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie besondere Unterstützung/Assistenz brauchen.