Familiengeheimnisse und generationsübergreifende Traumafolgen

SEMI22-106 WEB

Verborgen und doch spürbar …

Familiengeheimnisse, körperliche und seelische Traumata, familiärer Stress und zementierte Glaubenssätze wirken sich nicht nur auf diejenigen aus, die es selbst erleiden, es kann sich sogar auf die nachfolgenden Generationen auswirken. Diese entwickeln dann Symptome, als hätten sie das Leid der Eltern selbst erlebt: unerklärliche Ängste, Beziehungsstörungen, Albträume und psychosomatische Erkrankungen. Und sie inszenieren die Schrecknisse der Eltern und Großeltern unbewusst immer wieder neu.

Dabei ist es das eine, die transgenerationale Traumatisierung theoretisch zu verstehen. Das andere ist schwieriger: sich ganz konkret damit auseinanderzusetzen, welche Folgen die Traumata der Herkunftsgenerationen für das eigene Denken, Fühlen und Handeln hatten. Zu erkennen, dass das eigene Leid aus der persönlichen Erfahrung mit den Eltern oder anderen wichtigen Bindungspersonen herrührt, ist schon hart. Noch schwieriger wird es, wenn man erkennen muss, wie sehr die eigenen Einstellungen, Vorstellungen, Haltungen – und wie sehr der eigene Kummer durch Übertragungen aus den Eltern-, Großeltern- und Urgroßeltern-Generationen und deren persönlicher, sozialer und politischer Erfahrung herrühren. Subkutan – also wie unter der Haut – vermittelt sich die Atmosphäre aus der Herkunftsfamilie. So vermitteln sich Familiengeheimnisse, unverarbeitete Erschütterungen, Todesängste, existenzielle Nöte aller Art. Sie erzeugen Schmerz, seelischen und körperlichen. Und oft genug ist es schwierig zu erkennen, woher dieser Schmerz kommt. Wie können wir selbst unsere transgenerationalen Übertragungen erkennen, und wie bei unseren Klient*innen? Was hilft, um sich dem delegierten, dem bislang nicht verarbeiteten Schmerz zu stellen, der uns herausfordert? Spannende Themen für ein Seminar, das die Möglichkeit zu persönlichen und therapeutischen Erfahrungen verbindet.

Michaela Huber zeigt in einfühlsamer Weise Fallbeispiele aus ihrer eigenen Praxis, verknüpft diese mit aktuellen Forschungsergebnisse und eröffnet einen Zugang zu dem komplexen Thema „Familiengeheimnisse und generationsübergreifende Traumafolgen“ und lässt dies unter neuem Licht erscheinen.

 

Wie wird gearbeitet?

Im Onlineseminar wird in einem Wechsel von theoretischen Impulsen, Praxisreflexion, Selbsterfahrung, moderierter Plenumsdiskussion, Kleingruppen und Einzelreflexion gearbeitet.

 

Fortbildungspunkte

Werden bei Bedarf bei der PTK Baden-Württemberg beantragt. Bitte vermerken Sie bei der Anmeldung, ob Sie Interesse daran haben.

 

Termin und Arbeitszeiten

Freitag, 23. September 2022, 12.00 bis 19.00 Uhr
Samstag, 24. September 2022, 12.00 bis 17.00 Uhr

 

Zielgruppe

Das Onlineseminar richtet sich an Fachfrauen und -männer aus Feldern des Gesundheits- und Sozialwesens, z.B. Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeut*innen / Psycholog*innen, Sozialpädagog*innen, Sozialarbeiter*innen aus Jugendämtern, Frauen- und Kinderschutzorganisationen, Psychiatrien, Kinder- und Jugendpsychiatrien, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen.

 

Für ganz Neugierige eine Literaturauswahl

  • 2018; Der innere Ausstieg. Transgenerationale Gewalt überwinden, EBook
  • 2013; Der Feind im Inneren: Psychotherapie mit Täterintrojekten. Wie finden wir den Weg aus der Ohnmacht und Gewalt? Paderborn: Junfermann
  • 2012; Transgenerationale Traumatisierung. Paderborn: Junfermann
  • 2010; Viel sein – ein Handbuch. Paderborn: Junfermann
  • 2009; Von der Dunkelheit zum Licht. Mit Pauline C. Frei. Paderborn: Junfermann
  • 2006; Der innere Garten. Ein achtsamer Weg zur persönlichen Veränderung. Paderborn: Junfermann, 3. Auflage
  • 2006; Leiden hängt von der Entscheidung ab. Gedichte & Texte zu Leben, Sterben und Heilwerden. Mit Pauline C. Frei. Paderborn: Junfermann
  • 2003; Trauma und die Folgen. Trauma und Traumabehandlung, Teil 1. Paderborn: Junfermann
  • 2003; Wege der Traumabehandlung. Trauma und Traumabehandlung, Teil 2. Paderborn: Junfermann

 

Lernort

Das Onlineseminar findet auf der Videokonferenzplattform Zoom statt. Die Zugangsdaten werden rechtzeitig vor Beginn der Veranstaltung per E-Mail an die Teilnehmenden geschickt.

 

Technik und Ausstattung

Die Teilnehmer*innen benötigen einen internetfähigen Rechner (z. B. Laptop), einen Internetzugang, eine (integrierte) Webcam sowie ein Headset mit Mikrofon oder einen Konferenzlautsprecher. Es empfiehlt sich, aktuelle Betriebssysteme/Software auf dem Rechner zu nutzen, um an den Videokonferenzen teilnehmen zu können sowie Dokumente lesen und bearbeiten zu können.

 

Hinweise zum Datenschutz

Zur Durchführung unserer Onlineseminare verwenden wir Zoom. Bei dem von uns angekündigten Angebot handelt es sich um ein Videomeeting, welches sich exklusiv an Teilnehmer*innen von wispo-tandem-Fortbildungen richtet. Der Videokonferenzraum wird mit eigener Meeting-ID und eigenem Passwort für diese Veranstaltung angelegt.

 

Kosten und Zahlungsmodalitäten

Teilnahmegebühr: 350,– € (mit wispoCard: 280,– €)

Wenn Sie Interesse an der wispoCard haben, können Sie sich gerne bei uns melden.

Die Kosten werden in der Regel vier Wochen vor Beginn in einer Summe fällig.

 

Anmeldung

Bitte melden Sie sich online (www.systemisches-zentrum.de) an. Der Eingang der Anmeldung wird automatisch schriftlich bestätigt. Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen bis maximal 80 Plätze vergeben.

Änderungen wegen Krankheit der Referent*innen oder mangelnder Teilnehmer*innenzahl sind manchmal unvermeidlich. Bei zu geringer Teilnehmer*innenzahl behalten wir uns vor, das Seminar zwei Wochen vor Beginn abzusagen.

Wir empfehlen den Teilnehmenden, eine Seminarrücktrittversicherung abzuschließen, um einen unvorhergesehenen/ungeplanten Rücktritt kurz vor Seminarbeginn finanziell abzufedern.

Vertragspartner ist wispo AG, Freiburg.

 

Sie wünschen Beratung? Bitte melden Sie sich!

E-Mail: seminare@wispo.de                          Telefon: +49 (0) 69 130 25 85 – 50

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie besondere Unterstützung/Assistenz brauchen.