DGSF-Fachtag Wir Kinder der Gewalt

Wie Frauen und Familien bis heute unter den Folgen der Massenvergewaltigungen bei Kriegsende leiden

DGSF-Fachtage bei tandem PRAXIS & INSTITUT

verfolgen das Ziel, Begegnung und Dialog zwischen Praxis und Wissenschaft aus Feldern der sozialen Arbeit, der Pädagogik, Beratung, (Psycho-)Therapie und angrenzenden Disziplinen zu ermöglichen. Grundsätzliche Themen stehen dabei genauso auf der Agenda wie aktuelle Entwicklungen.

 

Wir Kinder der Gewalt – Folgen der Massenvergewaltigungen bei Kriegsende bis in die Gegenwart

Die Historikerin, Journalistin und Buchautorin Miriam Gebhardt ist bekannt geworden durch ihr Buch „Als die Soldaten kamen“, in dem sie – auf der Basis zahlreicher Quellen – über Massenvergewaltigungen von Frauen bei Kriegsende in Deutschland durch Soldaten der vier Besatzungsmächte berichtete. In ihrer im Frühjahr 2019 erschienenen Publikation „Wir Kinder der Gewalt“ greift sie dieses Thema wieder auf und zeigt anhand von Fallgeschichten, welche Folgen die Massenvergewaltigungen bis in die heutigen Familiendynamiken der betroffenen Frauen hatten.

Deutschland war nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht nur ein schwer schuldbeladenes, sondern auch ein sexuell traumatisiertes Land. Die sexualisierte Nachkriegsgewalt der Siegermächte war eine flächendeckende und kollektive Erfahrung. Denn nicht nur sowjetische Armeeangehörige wurden am Ende des Zweiten Weltkriegs zu Vergewaltigern, alle vier Besatzungsarmeen verübten massenhaft Gewalt an deutschen Frauen. Die Opfer rangen oft ein Leben lang mit den seelischen Problemen, denn sie erhielten kaum Anerkennung geschweige denn Hilfe in der Nachkriegsgesellschaft. Und so setzte sich das Trauma fort: Auch die Kinder, die aus den Vergewaltigungen entstanden und die mit schwer traumatisierten Müttern aufwuchsen, wurden quasi mit einer Erbschuld geboren. Ganze Familien litten vielfältig – und leiden zum Teil bis heute – unter der belastenden Vergangenheit.

Anhand bewegender Fallgeschichten zeigt die Historikerin Miriam Gebhardt, welch tiefe Spuren die Übergriffe in den Jahren 1945 bis 1955 in der deutschen Gesellschaft hinterlassen haben. Dabei präsentiert sie ausgewählte Fallgeschichten, die für Betroffene, Angehörige und Nachfahren erkenntnisreich, lehrreich, entwicklungsfördernd und inspirierend sind.

 

Zielgruppe: An wen richtet sich der DGSF-Fachtag?

Der Fachtag richtet sich schulenübergreifend an Systemische Therapeut*innen, Psychotherapeut*innen, Sozialarbeiter*innen, Berater*innen und Pädagog*innen aus Arbeitsfeldern des Sozial- und Gesundheitswesens. Und an alle am Thema interessierten Menschen.

 

Termin und Arbeitszeiten

Donnerstag, den 7. Mai 2020 von 18.00 bis 21.00 Uhr.

 

Kosten

Teilnahmegebühr: 25,– € (*20,– €)
*Teilnehmer*innen und Absolvent*innen von mehrjährigen tandem-Kursen und DGSF-Mitglieder zahlen einen reduzierten Preis von 20,00 €.

 

Programm

18.00 Jochen Leucht Begrüßung – Eröffnung – Rahmung
Miriam Gebhardt Die Massenvergewaltigungen zum Kriegsende“
anschl. Mini-Konferenz und moderierte Plenumsdiskussion
Miriam Gebhardt „Hilflosigkeit und Stigma in der Nachkriegsgesellschaft“
anschl. Mini-Konferenz und moderierte Plenumsdiskussion
Miriam Gebhardt „Vom langen Weiterwirken in den Familien“
anschl. Mini-Konferenz und moderierte Plenumsdiskussion
21.00 Jochen Leucht Verabschiedung

 

 

Anmeldung und Zulassung

Bitte melden Sie sich online (www.tandem-freiburg.org) an. Der Eingang der Anmeldung wird schriftlich bestätigt. Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen bis maximal 35 Plätze vergeben.

Vertragspartner ist tandem PRAXIS & INSTITUT GbR, Freiburg
Geschäftsführer: Gabi Locherer & Jochen Leucht

 

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Fragen zur Veranstaltungsorganisation: Bei inhaltlichen Fragen:

Gisa Windhüfel

institut@tandem-freiburg.org

Jochen Leucht

leucht@tandem-freiburg.org

Telefon +49 (0) 761 – 45 89 56 33

Fax +49 (0) 761 – 45 89 56 37

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