DGSF-Fachtag: Wie Kinder wieder lachen lernen

Hilfe nach dem Trauma

DGSF-Fachabende bei tandem PRAXIS & INSTITUT

verfolgen das Ziel, Begegnung und Dialog zwischen Praxis und Wissenschaft aus Feldern der sozialen Arbeit, der Pädagogik, Beratung und (Psycho-)Therapie zu ermöglichen. Grundsätzliche Themen stehen dabei genauso auf der Agenda wie aktuelle Entwicklungen aus den o.g. Arbeitsfeldern. Ausdrücklich sind die Fachabende geöffnete für alle am Thema interessierten Menschen und nicht „nur“ für professionelle Helfer*innen.

 

Wie Kinder wieder lachen lernen

Der Tag, an dem Lilly den Todessprung eines Mannes vor die U-Bahn miterlebt hat, ist eine Wende in ihrem Leben. Seitdem kann sich die 15-Jährige in der Schule kaum konzentrieren, wirkt oft völlig abwesend und bekommt plötzlich Panikattacken mit Weinkrämpfen. Am schlimmsten ist es, wenn Lilly mit der U-Bahn fährt. Das traut sie sich inzwischen gar nicht mehr.
Ein solches Trauma kann jedem jederzeit widerfahren. Die Auswirkungen sind verheerend. Kinder macht es sprachlos, hilflos, manche gar gefühllos, und einige werden extrem aggressiv – wie der elfjährige Nicolas, der als Kleinkind Gewalt erfahren hat und nun oft ausrastet und unkontrolliert um sich schlägt.

Die kindliche Welt ist auch bei dem zweijährigen Lorenz auseinandergebrochen. Wegen einer schlimmen Mittelohrentzündung hat er Infusionen vom Arzt bekommen, die sehr schmerzhaft waren. Die Eltern mussten ihn festhalten. Seitdem hat er eine schwere posttraumatische Belastungsstörung. Er wirkt häufig in sich gekehrt. Und er lässt sich nicht wickeln, nicht die Nase putzen, nicht hinlegen; lieber schläft er im Sitzen ein. Ein Drama für das Kleinkind und seine Eltern.
Es gibt nicht viele Traumatherapeut*innen, die sich auf Kinder spezialisieren. Da haben die kleinen Patient*innen in Hamburg Glück. Hier arbeitet Dr. Andreas Krüger, selbst Vater von vier Kindern, der die anerkannten imaginativen Methoden der Traumatherapie bei der Therapiearbeit mit Kindern anwendet.

Die Kinder kommen liebend gern zu ihm in die Praxis. Dem zweijährigen Lorenz macht der Arzt mit Matrjoschka-Puppen klar, dass der innere verletzte Anteil in ihm versorgt werden muss. Später lässt sich Lorenz problemlos schlafen legen, und beim Wickeln schreit er nur noch manchmal. Lilly kann mit Andreas Krüger und der Bildschirm-Beobachter-Technik am Ende der Therapie das ganze Schreckensereignis Bild für Bild noch einmal durchgehen, ohne einen Flashback zu erleiden. Von dem Moment an ist U-Bahn-Fahren für Lilly kein Problem mehr. Und Nicolas erklärt er in einer dem Alter angepassten Sprache, was bei einem Trauma im Gehirn geschieht. So lernt der Junge, sein Verhalten zu verstehen, und er übt, sich mit Hilfe eines inneren Reglers zu zügeln. Der Film von Liz Wieskerstrauch zeigt, wie sich traumatische Erlebnisse auf Kinder auswirken und wie dringend notwendig eine kindgerechte Traumatherapie ist.

 

Inhalte und Ablauf des Film- und Gesprächsabends

Die Wissenschaftsdokumentation von Liz Wieskerstrauch eröffnet einen Zugang zu dem komplexen Thema „Traumatisierte Kinder und Jugendliche“; sie zeigt aktuelle Forschungsergebnisse und beeindruckende Fallbeispiele – und lässt familiäre und individuelle Phänomene in einem neuem Licht erscheinen.
Wir werden gemeinsam den Dokumentarfilm „Wie Kinder wieder lachen lernen: Hilfe nach dem Trauma“ anschauen (Dauer: 44 Minuten).
Anschließend erfolgt eine Reflexionsrunde zum Film, bei dem Liz Wieskerstrauch sowohl Fragen zu den Inhalten/Fallbeispielen als auch zu den Entstehungs-bedingungen des Films beantwortet.
Neben den filmischen Aspekten bietet das Gespräch genügend Raum und Zeit für die Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Traumatisierung von Kindern und Jugendlichen.

 

Zielgruppe: An wen richtet sich das Seminar?

Zum Film- und Gesprächsabend sind alle am Thema interessierten Menschen eingeladen.

 

Termin und Zeiten

Donnerstag, den 22. April 2021 in der Zeit von 18.00 – 20.30 Uhr

 

Kosten

Teilnahmegebühr: 20,– € (15,– €) *
Darin enthalten sind Pausengetränke (Kaffee, Tee, Mineralwasser).
* Teilnehmer*innen und Absolvent*innen von mehrjährigen tandem-Kursen und DGSF-Mitglieder zahlen einen reduzierten Preis von 15,00,– €.

Für etwaige Übernachtungen tragen Sie bitte selber Sorge. Sie wünschen Unterstützung bei der Zimmersuche? Bitte melden Sie sich bei uns!

 

Zahlungsmodalitäten

Die Kosten werden mit der Einladung zum Fachtag (ca. 6 Wochen vor Beginn) in Rechnung gestellt. Die Rücktrittsbedingungen finden Sie auf dem Anmeldeformular.

 

Anmeldung und Zulassung

Bitte melden Sie sich online (www.tandem-freiburg.org) oder schriftlich mit beigefügtem Anmeldebogen an.
Der Eingang der Anmeldung wird schriftlich bestätigt. Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen bis maximal 30 Plätze vergeben.

Vertragspartner ist Jochen Leucht, tandem PRAXIS & INSTITUT, Freiburg

 

Sie wünschen Beratung? Bitte melden Sie sich!

Fragen zur Veranstaltungsorganisation: Bei inhaltlichen Fragen:

Gisa Windhüfel

institut@tandem-freiburg.org

Jochen Leucht

leucht@tandem-freiburg.org

Telefon +49 (0) 761 – 45 89 56 33

Fax +49 (0) 761 – 45 89 56 37

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie besondere Unterstützung/Assistenz benötigen.