Bindungswissen für die systemische Praxis

Bindungswissen für die systemische Praxis

Als interdisziplinär denkender Forscher begründete John Bowlby in den 1960er-Jahren die Bindungstheorie. Schon damals erkannte er, dass eine interdisziplinäre Perspektive für die Erforschung von Entwicklungs- und Veränderungsprozessen beim Menschen essenziell ist. Dabei verband er seinen originär psychoanalytischen Ansatz und die empirische Perspektive der Verhaltensforscher mit typisch systemischen Denkfiguren. Die Bindungstheorie fokussiert – ausgehend von der frühen Mutter-Kind-Beziehung – auf Kommunikation und Interaktion in Systemen und auf die Neurobiologie.

Systemtheorie und systemische Praxis entwickelten in ungefähr der gleichen Zeitspanne wirkmächtige Verfahren in der Beratung und Therapie von Einzelnen, Paaren und Familien. Die naheliegende Verbindung zwischen Bindungstheorie und Systemtheorie wurde in der Vergangenheit vernachlässigt. Im Seminar bringt Alexander Trost das „Fremdeln“ der Systemiker*innen gegenüber Neurobiologie und Bindungstheorie durch eine interessiert-neugierige Annäherung auf eine andere Resonanzstufe. Die Bedeutung von Kontexten ist in beiden Verfahren grundlegend, und beide können von den Erkenntnissen und Methoden der anderen wesentlich profitieren. Die Verbindung von theoretischer Grundlegung und methodisch-praktischer Anwendung von Bindungswissen und Mentalisieren in der systemischen Arbeit ist anregend und nutzbringend für alle Interessierten aus psychosozialen Arbeitsfeldern.

 

Ziel des Seminars: Wie profitieren Sie vom Seminar?

Nach dem Seminar sind Sie in der Lage, Bindungswissen und Bindungserkenntnisse auf systemischem Hintergrund in Ihre Berufspraxis einfließen zu lassen. Im Seminar wird vor dem Hintergrund des systemischen Ansatzes gearbeitet. Konkret und praxisnah werden Sie folgende Inhalte kennenlernen:

  • Neurobiologische Grundlagen der Gehirnentwicklung in Bezug auf Bindung, Selbstregulation und systemische Prozesse
  • Bindungstheorie: Von der frühen Eltern-Kind-Bindung zur Bedeutung der Bindungsstile in der professionellen Interaktion
  • Bindung und Trauma, Bindungsstörungen
  • Den eigenen Bindungsstil als systemisch Arbeitende(r) verstehen und nutzen
  • Bindungsorientierte Haltung und Methodik im systemischen Arbeitsprozess
  • Das Modell: Binden-Halten-Lösung als Navigationshilfe im systemischen Prozess

 

Wie wird gearbeitet?

Im Seminar wird in einem Wechsel von fachlichen, theoretischen und methodischen Impulsen gearbeitet. Praxisreflexion, Selbsterfahrung, moderierte Plenumsdiskussion, Kleingruppen und Einzelreflexion ergänzen die Arbeitsformen. Anhand Ihrer konkreten Fallvignetten findet der Lerngegenstand im geschützten Seminarrahmen den Weg in die Praxis.

 

Termin und Arbeitszeiten

Montag, 18. Mai 2020, 09.30 bis 17.00 Uhr
Dienstag, 19. Mai 2020, 09.00 bis 17.00 Uhr
Mittwoch, 20. Mai 2020, 09.00 bis 17.00 Uhr

 

Zielgruppe: An wen richtet sich das Seminar?

Zur Teilnahme am Seminar sind Praktiker*innen aus dem Sozial- und Gesundheitswesen eingeladen, z.B.:

  • Sozialpädagog*innen und Sozialarbeiter*innen,
  • Psychosoziale Berater*innen,
  • Therapeut*innen mit Zusatzausbildung, z.B. „Systemische Therapie“,
  • Psychotherapeut*innen,
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen,
  • Pädagog*innen aus schulischen Kontexten und aus der Jugendhilfe,
  • Erzieher*innen,

die Bindungswissen und Bindungserkenntnisse in der beraterischen, therapeutischen und pädagogischen Arbeit handlungssicher integrieren möchten.

 

Für ganz Neugierige die passende Literatur

Alexander Trost, Bindungswissen für die systemische Praxis. Ein Handbuch. V&R, 2018

 

Kosten und Zahlungsmodalitäten

Teilnahmegebühr: 410,– €
Darin enthalten sind Pausengetränke (Kaffee, Tee, Mineralwasser). Die Kosten werden mit der Einladung zum Seminar (ca. 6 Wochen vor Beginn) in Rechnung gestellt. Die Rücktrittsbedingungen finden Sie auf dem Anmeldeformular.

Für etwaige Übernachtungen tragen Sie bitte selber Sorge. Sie wünschen Unterstützung bei der Zimmersuche? Bitte melden Sie sich bei uns!

Einzelheiten zur Fördermöglichkeit für Ihre Teilnahme erfahren Sie unter: http://www.bildungspraemie.info. Eine von Ihnen beantragte Förderung wird zunächst mit der Teilnahmegebühr verrechnet. Bitte beachten Sie dabei, dass bei Nichtbewilligung dieser Förderung der Differenzbetrag zur vollen Teilnahmegebühr Ihnen nachträglich in Rechnung gestellt wird.

 

Anmeldung und Zulassung

Bitte melden Sie sich online (www.tandem-freiburg.org) oder mit beigefügtem Anmeldeformular an.
Der Eingang der Anmeldung wird schriftlich bestätigt. Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen bis maximal 18 Plätze vergeben.

Änderungen wegen Krankheit der Referent*innen oder mangelnder Teilnehmer*innenzahl sind manchmal unvermeidlich. Bei zu geringer Teilnehmer*innenzahl behalten wir uns vor, den Kurs drei bis vier Wochen vor Beginn abzusagen.

Wir empfehlen den Teilnehmenden, eine Seminarrücktrittversicherung abzuschließen, um einen unvorhergesehenen/ungeplanten Rücktritt kurz vor Seminarbeginn finanziell abzufedern.

Vertragspartner ist tandem PRAXIS & INSTITUT GbR, Freiburg
Geschäftsführer: Gabi Locherer, Jochen Leucht

 

Sie wünschen Beratung? Bitte melden Sie sich!

Fragen zur Veranstaltungsorganisation: Bei inhaltlichen Fragen:

Gisa Windhüfel

institut@tandem-freiburg.org

Jochen Leucht

leucht@tandem-freiburg.org

Telefon +49 (0) 761 – 45 89 56 33

Fax         +49 (0) 761 – 45 89 56 37

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie besondere Unterstützung/Assistenz brauchen