„Beratungsresistent!?“

Praktische und ressourcenorientierte Methoden zur psychosozialen Beratung von „schwierigen Fällen“

Ausgangssituation

Immer wieder begegnen wir in unseren Arbeitsstellen Menschen, bei denen
einfach nichts mehr zu helfen scheint: Gutes Zureden wird offenbar ignoriert und unsere sonst so wirkungsvollen Konzepte greifen nicht. Oftmals können diese Klient(inn)en bereits über mehrere erfolglose Behandlungen berichten.
Sind wir zu Beginn der Beratung bzw. Behandlung vielleicht noch zuversicht-lich, dass wir mit unserer Kompetenz und unserer Erfahrung helfen können, so endet diese Zuversicht nicht selten in der resignativen Erkenntnis, dass „dieser Klientin, diesem Klienten nicht zu helfen ist“, vielfach ergänzt durch diagnos-tische Etikettierung wie „Beratungsresistenz”. Ein anderes Reaktionsmuster besteht in der Anzweiflung der Motivation der Klient(inn)en, indem unterstellt wird, dass „er/sie ja gar nicht anders will“.
Das auffällige Verhalten hilfebedürftiger Menschen erfährt in Konflikten mit z.B. Mitbewohner(inn)en oder Mitarbeiter(inne)n der jeweiligen Einrichtung noch-mals eine Steigerung. Immer wieder gleiten Auseinandersetzungen allzu schnell auf eine persönliche Ebene ab, mit der Folge, dass sich die Konflikte verschärfen. In der beruflichen Praxis sind daher das eigene Konfliktverhalten und der bewusste Umgang mit schwierigen Situationen am Arbeitsplatz unabdingbare Kompetenzen für die Arbeit mit den angeblich „aussichtslosen Fällen“.

 

Ziele und Inhalte

Das Seminar vermittelt den Teilnehmenden praxisnah eine solide Grundlage für den professionellen beraterischen Umgang mit als „aussichtslose Fälle“ bezeichneten Menschen und Handwerkszeug für die beraterische Arbeit. Das Kernstück des Seminars ist dabei der wirkungsvolle Umgang mit Klient(inn)en, die hohe Anforderungen an die beraterische Kompetenz stellen. Dabei geht es insbesondere darum,

  • die Begrifflichkeit „aussichtsloser Fall“ zu definieren,
  • die konkreten institutionellen Rahmenbedingungen der Teilnehmenden zu klären,
  • auf der Grundlage der konsequenten Umsetzung der Ergebnisse der jüngeren amerikanischen Psychotherapieforschung eine schulenübergreifende beraterische Strategie für die Arbeit mit Problem-klient(inn)en zu entwickeln,
  • bisherige Praktiken im Umgang mit „aussichtslosen Fällen“ hinterfragen,
  • neue Perspektiven hinsichtlich des eigenen beraterischen Handelns und Denkens zu entwickeln,
  • Lösungsstrategien zu erarbeiten, die es ermöglichen, Zugang auch zu den Menschen zu bekommen, die besondere Anforderungen an uns als Mensch und Helfer*in stellen.

 

Adressat(inn)en

Das Seminar richtet sich an Mitarbeiter/-innen mit beraterischem und thera-peutischem Auftrag in stationären, teilstationären und ambulanten Diensten und Einrichtungen der verbandlichen Caritas.
Arbeitsformen    Im Seminar wird in einem Wechsel von theoretischen Impulsen, Praxisreflexion, Selbsterfahrung, moderierter Plenumsdiskussion, Kleingruppen und Einzelreflexion gearbeitet. Konkrete Übungen in Rollenspielen helfen, das Erlernte im geschützten Seminarrahmen in die eigene Arbeitsweise zu integrieren.

 

Teilnehmer/-innenzahl

An diesem Seminar können maximal 16 Personen teilnehmen.