Von der Scham zur Menschenwürde

Zur Bedeutung von Scham und Schamabwehr in Therapie, Beratung, Pädagogik und Sozialarbeit

Die Würde des Menschen ist unantastbar

und darüber hinaus schwer zu definieren. Dieser Satz, gefunden auf einem Zuckerpäckchen, beschreibt sehr zutreffend ein Dilemma: Die Würde des Menschen ist via Grundgesetz unantastbar, aber was genau ist die Menschenwürde? Durch das Konzept der „Scham und Schamabwehr“ erfährt der Begriff der Menschenwürde eine für Therapie, Beratung und Pädagogik nutzbare und praxisnahe Konkretisierung. Scham hat als sehr schmerzhafte Emotion auch positive Aufgaben: Sie ist (so Leon Wurmser) „die Hüterin der menschlichen Würde“. Scham kann in jeder Arbeit mit Menschen akut werden. Etwa in der Sozialarbeit, wenn Menschen sich ihrer gesellschaftlichen Situation oder Armut schämen. Oder in Beratung oder Psychotherapie, wenn PatientInnen sich ihrer Probleme oder für erlittene Grenzverletzungen schämen. Unerkannte Schamgefühle können zu Depression, Sucht oder Wut führen – oder zur Blockierung bis hin zum Abbruch der Beratung. Daher ist es für Berufstätige in psychosozialen Berufsfeldern hilfreich, Schamgefühle zu erkennen, zu verstehen und konstruktiv mit ihnen umgehen zu können.

 

Ihr Nutzen: Wie profitieren Sie vom Seminar?

Die Seminarschwerpunkte liegen in der Vermittlung spezifischer Inhalte hinsichtlich des Themenkomplexes „Scham und Schamabwehr“. Die Teilnehmenden

  • lernen die relevanten Theorien zur Scham und Schamabwehr kennen (theoretische Kompetenz)
  • lernen Störungen und Konflikte in ihren verschiedenen Erscheinungsformen unter Berücksichtigung des Konzeptes der Schamabwehr einzuordnen (diagnostische Kompetenz)
  • reflektieren ihre eigenen Schamerfahrungen mit deren Ursachen und verknüpfen diese mit Fragestellungen zur professionellen Haltung und Rollenklarheit beim Umgang mit KlientInnen/PatientInnen (Rollen-Kompetenz)
  • entwickeln ein Verständnis für die „Scham-Dynamik“ in Beratungs- und Therapiegesprächen (Fall-Kompetenz)

 

Was sind die konkreten Inhalte? Wie wird was gelernt?

Im Seminar werden Theorie und Praxis miteinander verknüpft und Sie erhalten spannende Einsichten, wie anspruchsvolle Beratungs- und Therapiesituationen auch in stressgeladenen Momenten souverän und wertschätzend gestaltbar sind. Das Seminar vermittelt grundlegende Informationen über die Scham und die Abwehr derselben: wie sie zu erkennen ist, wie sie ausgelöst wird und welches ihre Funktionen sind. Darauf aufbauend wird in einem ersten Schritt mit den Teilnehmenden die Bedeutung des Themas „Scham und Schamabwehr“ für Beratung, Therapie und Sozialarbeit erarbeitet. In einem zweiten Schritt wird die Aufmerksamkeit auf die nötigen Rahmenbedingungen dieser anspruchsvollen Arbeit gelenkt, um dann abschließend zu reflektieren, was das Thema hinsichtlich der Psychohygiene für BeraterInnen, TherapeutInnen und PädagogInnen bedeutet.

Die Themen werden durch Impulsvorträge, Plenumsgespräche, Kleingruppenarbeiten und Selbsterfahrung in geschützten Settings bearbeitet. Neben Wissensvermittlung wird Unterstützung bei der Klärung eigener Schambetroffenheit angeboten.

 

 Zielgruppe: An wen richtet sich das Seminar?

Das Seminar wendet sich an Kolleginnen und Kollegen aus Arbeitsfeldern der Gesundheitshilfe und des Sozialwesens, aus stationären, ambulanten und teilstationären Kontexten der

  • Psychosozialen Beratung
  • (Psycho)Therapie
  • Pädagogik
  • Sozialarbeit

Termin und Arbeitszeiten

Beginn:         Montag, 01. Februar 2016                       10.00 bis 17.00 Uhr

Ende:             Dienstag, 02. Februar 2016                     09.00 bis 17.00 Uhr

 

Für ganz Neugierige die passende Literatur

Stephan Marks        Die Würde des Menschen oder Der Blinde Fleck in unserer Gesellschaft. Gütersloher Verlagshaus 2010, (z. Zt. nur als E-Book erhältlich)

Stephan Marks        Scham – die tabuisierte Emotion. Patmos Verlag 2015, 5. Aufl.

 

Kosten

Teilnahmegebühr: 250,– €. Darin enthalten sind Pausenkaffee und Seminargetränke. Für etwaige Übernachtungen tragen Sie bitte selber Sorge. Sie wünschen Unterstützung bei der Zimmersuche? Bitte melden Sie sich bei uns!

Einzelheiten zur Fördermöglichkeit für Ihre Teilnahme erfahren Sie unter: http://www.bildungspraemie.info

Eine von Ihnen beantragte Förderung wird zunächst mit der Teilnahmegebühr verrechnet. Bitte beachten Sie dabei, dass bei nicht Bewilligung dieser Förderung der Differenzbetrag zur vollen Teilnahmegebühr Ihnen nachträglich in Rechnung gestellt wird.

 

Zahlungsmodalitäten

Die Kosten werden mit der Einladung zum Seminar (ca. 6 Wochen vor Beginn) in Rechnung gestellt. Die Rücktrittsbedingungen finden Sie auf dem Anmeldeformular.

 

Anmeldung und Zulassung

Bitte melden Sie sich schriftlich mit beigefügtem Anmeldebogen an.  Der Eingang der Anmeldung wird schriftlich bestätigt. Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen bis maximal 18 Plätze vergeben.

 

Vertragspartner ist tandem PRAXIS & INSTITUT GbR, Freiburg

Geschäftsführer: Gabi Locherer & Jochen Leucht

 

Sie wünschen Beratung? Bitte melden Sie sich!

Fragen zur Veranstaltungsorganisation: Bei inhaltlichen Fragen:

Kerstin Bartel

institut@tandem-freiburg.org

Jochen Leucht

leucht@tandem-freiburg.org