Systemisches Arbeiten in Zwangskontexten (2016)

Lösungsorientierte Konzepte für Beratung, Begleitung und Therapie von „schwierigen Fällen“

Vom Zwangskontext zum schwierigen Überweisungskontext

Soziale Arbeit im Zwangskontext findet immer zwischen den Polen Kontrolle und Unterstützung statt. Durch den Zwangskontext steht jedoch der Aspekt der Kontrolle stärker im Vordergrund. Für PraktikerInnen aus Beratung, Begleitung und Therapie ergibt sich daraus die Schwierigkeit, dass die eigentliche Rolle, nämlich KlientInnen bedingungslos dabei zu unterstützen ihre Ziele zu erreichen, nicht durchgängig wahrnehmbar ist. Die Frage, was KlientInnen benötigen, um Ihre Situation bewältigen zu können, tritt häufig in den Hintergrund. Im Zwangskontext ist der von außen kommende Druck für viele Klienten oberflächlich betrachtet die einzige Motivationsgrundlage, Unterstützungsangebote wahrzunehmen. Hier sind HelferInnen in besonderer Weise aufgefordert, diesen speziellen „Überweisungskontext“ zu nutzen. Für die Gestaltung der Beratung in schwierigen Überweisungskontexten hat sich der systemische Ansatz als besonders zielführend erwiesen.

 

Ihr Nutzen: Wie profitieren Sie vom Seminar?

Die Schwerpunkte liegen in der Vermittlung spezifischer Kompetenzen. Die Teilnehmenden

– lernen die relevanten systemtheoretischen Theorien zum professionellen Umgang mit KlientInnen in Zwangskontexten kennen (theoretische Kompetenz)

– reflektieren Fragestellungen zur professionellen Haltung und Rollenklarheit beim Umgang mit KlientInnen in Zwangskontexten (Rollen-Kompetenz)

– lernen verschiedene Erscheinungsformen der Unfreiwilligkeit voneinander zu unterscheiden, einzuordnen und mit passenden Interventionen zu versehen (diagnostische Kompetenz und Interventionskompetenz)

– können Gespräche in Zwangskontexten professionell führen und beherrschen lösungsorientierte Frage- und Interviewtechniken (Gesprächsführungs-Kompetenz)

– entwickeln ein hohes Maß an Bewusstheit und Selbstreflexion bezüglich der Dynamik von Zwangskontexten und können diese lösungsorientiert beschreiben

 

Was sind die konkreten Inhalte?

Das Seminar vermittelt den Teilnehmenden praxisnah eine solide Grundlage für den professionellen beraterischen Umgang mit als „beratungsresistent“ oder „aussichtslose Fälle“ bezeichneten Menschen.

Das Kernstück des Seminars ist dabei der wirkungsvolle Umgang mit KlientInnen, die hohe Anforderungen an die HelferInnen stellen. Dabei geht es insbesondere darum,

– kreative und lösungsorientierte Interventionsstrategien für die Kooperation mit unfreiwilligen KlientInnen kennen zu lernen

– die Ziele der KlientInnen für die Beratung sicht- und nutzbar zu machen

– die spezielle Beziehungsdynamik in Zwangskontexten erkennen und nutzen zu lernen

– auf der Grundlage der konsequenten Umsetzung der Ergebnisse der jüngeren amerikanischen Psychotherapieforschung eine schulenübergreifende beraterische Strategie für die Arbeit mit ProblemklientInnen zu entwickeln

– bisherige Praktiken im Umgang mit „aussichtslosen Fällen“ zu hinterfragen

– neue Perspektiven hinsichtlich des eigenen beraterischen Handelns und Denkens zu entwickeln

– Lösungsstrategien zu erarbeiten, die es ermöglichen, auch zu den Menschen Zugang zu bekommen, die besondere Anforderungen an uns als Mensch und Helfer/-in stellen

 

Zielgruppe: An wen richtet sich das Seminar?

Das Seminar richtet sich an PraktikerInnen aus der Sozialen Arbeit, Beratung und Therapie, wie z.B.:

– Suchtberatung

– Familienhilfe

– Jobcenter

– Jugendämter

– Stationäre Kinder- und Jugendhilfe

die in sog. Zwangskontexten mit scheinbar schwierigen KlientInnen arbeiten, diese besser verstehen und mehr Handlungsalternativen entwickeln möchten.

 Arbeitsformen: Wie arbeiten wir im Seminar?

Im Seminar wird in einem Wechsel von theoretischen Impulsen, Praxisreflexion, Selbsterfahrung, moderierter Plenumsdiskussion, Kleingruppen und Einzelreflexion gearbeitet. Konkrete Übungen in Rollenspielen helfen, das Erlernte im geschützten Seminarrahmen in die eigene Arbeitsweise zu integrieren.

 

Teilnehmerzahl
Am Seminar können maximal 16 Personen teilnehmen.

Termin & Arbeitszeiten

Beginn: Mittwoch, 14. Dezember 2015;    09.00 – 12.30 & 14.00 – 17.00 Uhr
Ende:    Donnerstag, 15. Dezember 2015  09.30 – 12.30 & 14.00 – 17.00 Uhr

 

Für ganz Neugierige die passende Literatur

Barry L. Duncen, Mark A. Hubble & Scott Miller. Aussichtslose Fälle. Die wirksame Behandlung von Psychotherapie-Veteranen,
Klett Cotta

 

 Kosten

Teilnahmegebühr: 260,– €. Darin enthalten sind Pausenkaffee und Seminargetränke.

Für etwaige Übernachtungen tragen Sie bitte selber Sorge. Sie wünschen Unterstützung bei der Zimmersuche? Bitte melden Sie sich bei uns!

Einzelheiten zur Fördermöglichkeit für Ihre Teilnahme erfahren Sie unter: http://www.bildungspraemie.info

Eine von Ihnen beantragte Förderung wird zunächst mit der Teilnahmegebühr verrechnet. Bitte beachten Sie dabei, dass bei Ablehnung dieser Förderung der Differenzbetrag zur vollen Teilnahmegebühr Ihnen nachträglich in Rechnung gestellt wird.

 

Ort
tandem PRAXIS & INSTITUT
Wintererstraße 4
79104 Freiburg
Zahlungsmodalitäten

Die Kosten werden mit der Einladung zum Seminar (ca. 6 Wochen vor Beginn) in Rechnung gestellt. Die Rücktrittsbedingungen finden Sie auf dem Anmeldeformular.

 

Anmeldung und Zulassung

Bitte melden Sie sich online oder schriftlich mit beigefügtem Anmeldebogen an.

Der Eingang der Anmeldung wird schriftlich bestätigt. Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen vergeben.

 

Sie wünschen Beratung? Bitte melden Sie sich!

Fragen zur Veranstaltungsorganisation:
Gisa Windhüfel
institut@tandem-freiburg.org

Bei inhaltlichen Fragen:
Jochen Leucht
leucht@tandem-freiburg.org

Telefon +49 (0) 761 – 45 89 56 33
Fax +49 (0) 761 – 45 89 56 37

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie besondere Unterstützung/Assistenz brauchen.