Systemische Diagnostik

Die Kunst der Beobachtung zweiter Ordnung

Systemische Diagnostik

Im Handbuch Systemische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie beschreibt Sabine Moryson in einem ausgewogenen, hilfreichen und nicht polemischen Aufsatz zur Systemischen Diagnostik die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale zwischen klassischen, an medizinischen Modellen orientierten Konzepten psychischer Störungen bzw. Krankheiten und systemischer Diagnostik. Das systemische Verständnis von Problemen (oder Verhaltensweisen) ist geprägt und gerahmt von Sichtweisen und Beschreibungen, welche für die Lösungsfindung hilfreich sind.
Systemische Praktiker(innen) verfügen dabei vor dem Hintergrund der Einbeziehung von biografischen, kontextuellen und interaktionalen Aspekten über professionelle diagnostische Möglichkeiten, die über die herkömmliche klinische Diagnostik hinausgehen.
Diagnostik, verstanden im systemischen Sinne, ist immer auch eine Intervention zur Ressourcenaktivierung. Beachtenswerterweise werden dadurch nicht „nur“ die Ressourcen der hilfesuchenden Menschen aktiviert! Die Ressourcendiagnostik hat immer auch einen erheblichen Effekt auf die Menschen, welche die Diagnosen erstellen. Mit der Ressourcenbrille auf der Nase lassen sich natürlich auch viele der klassischen diagnostischen Methoden nutzen. Die systemische Haltung allerdings, welche jede Diagnose wie selbstverständlich einfärbt, ist ein Ergebnis von tiefer Auseinandersetzung mit systemischen Denkfiguren.

Das vorliegende Seminar spricht verschiedene Ebenen an und zeigt auf,

  • dass systemische Praktiker(innen) über starke Kompetenzen hinsichtlich einer professionellen Diagnostik (auch im klinischen Alltag) verfügen,
  • dass sich konventionelle und systemische Diagnostik in einem Spannungsfeld befinden, welches aus systemischer Perspektive reflektiert in die systemische Praxis integrierbar ist,
  • wie vielfältig die Möglichkeiten der systemischen Diagnostik sind.

Was sind die konkreten Inhalte?

Tom Levold leistet seit vielen Jahren als Mitbegründer der systemischen Gesellschaft zentrale Beiträge zur systemischen Theoriebildung. In kurzweiligen und fundierten Impulsreferaten gibt er zusammen mit Jochen Leucht kompakte Einführungen in die zentralen Konzepte und Ideen der systemischen Diagnostik. Übungen zur Reflexion der eigenen Praxis des Diagnostizierens hin zu einer „Ressourcenorientierten Diagnostik“ machen den Seminargegenstand erfahrbar. Unter anderem werden folgende Themen für Sie vor- und aufbereitet:

  • Was ist Diagnostik? Was ist systemische Diagnostik?
  • Unterscheidungsmerkmale systemischer und klassischer Diagnostik, die sich an medizinischen Modellen und Konzepten psychischer Störungen bzw. Krankheiten orientiert
  • Zum systemischen Verstehen von Problemen
  • Systemische Methoden und Instrumente der systemischen Diagnostik
  • Krankheit systemisch gelesen – Krankheit konventionell gelesen
  • Das klassische Störungsverständnis und die systemische Sicht darauf
  • Von der ressourcenorientierten Hypothese zur Intervention
  • Ebenen der Intervention

Zielgruppe: An wen richtet sich das Seminar?

Das Seminar richtet sich an Mitarbeitende aus psychosozialen Arbeitsfeldern, der Gesundheitshilfe und dem öffentlichen Dienst, wie z.B.: Psychotherapie, Familientherapie, Lehre, Beratung, Supervision, Unterricht, Sozialarbeit, Coaching, Medizin, Recht …….
Wenn Sie im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit immer wieder herausgefordert sind, Ihre Praxis des Erkennens des Gegenübers zu reflektieren und diese hin zu einer ressourcenorientierten Diagnostik weiterentwickeln wollen, dann sind Sie im Seminar herzlich willkommen!

Arbeitsformen: Wie arbeiten wir im Seminar?

Im Seminar wird in einem Wechsel von Theorieimpulsen, Kurzvorträgen und Praxisreflexion gearbeitet. Moderierte Plenumsdiskussionen, Kleingruppen- und Einzelreflexionen runden das Seminar ab.

Teilnehmerzahl

Am Seminar können maximal 18 Personen teilnehmen.

Termine & Arbeitszeiten

Dienstag, 02. Mai 2017 09.30 – 12.30 & 14.00 – 17.00 Uhr
Mittwoch, 03. Mai 2017 09.00 – 12.30 & 14.00 – 17.00 Uhr

Kosten

Teilnahmegebühr 260,– €
Darin enthalten sind Pausenkaffee und Seminargetränke.

Für etwaige Übernachtungen tragen Sie bitte selber Sorge. Sie wünschen Unterstützung bei der Zimmersuche? Bitte melden Sie sich bei uns!

Einzelheiten zur Fördermöglichkeit für Ihre Teilnahme erfahren Sie unter: http://www.bildungspraemie.info

Eine von Ihnen beantragte Förderung wird zunächst mit der Teilnahmegebühr verrechnet. Bitte beachten Sie dabei, dass bei Ablehnung dieser Förderung der Differenzbetrag zur vollen Teilnahmegebühr Ihnen nachträglich in Rechnung gestellt wird.

Ort

tandem
PRAXIS & INSTITUT
Wintererstraße 4
79104 Freiburg

Zahlungsmodalitäten

Die Kosten werden mit der Einladung zum Seminar (ca. 6 Wochen vor Beginn) in Rechnung gestellt. Die Rücktrittsbedingungen finden Sie auf dem Anmeldeformular.

Anmeldung und Zulassung

Bitte melden Sie sich online oder schriftlich mit beigefügtem Anmeldebogen an.
Der Eingang der Anmeldung wird schriftlich bestätigt.

Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen bis maximal 18 Plätze vergeben.

Vertragspartner ist tandem PRAXIS & INSTITUT GbR, Freiburg
Geschäftsführer: Gabi Locherer & Jochen Leucht

Sie wünschen Beratung? Bitte melden Sie sich!

Fragen zur Veranstaltungsorganisation:
Gisa Windhüfel
institut@tandem-freiburg.org

Bei inhaltlichen Fragen:
Jochen Leucht
leucht@tandem-freiburg.org

Telefon +49 (0) 761 – 45 89 56 33
Fax +49 (0) 761 – 45 89 56 37

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie besondere Unterstützung / Assistenz brauchen.