Drin lassen? Rausnehmen? Im Spannungsfeld von Fremdplatzierung und Bindungstheorie

Fremdplatzierung

Die Unterbringung eines Kindes außerhalb seiner Herkunftsfamilie steht als Maßnahme der Kinder- und Jugendhilfe dann an, wenn Eltern ihrer Fürsorgepflicht nicht nachkommen und so das Kindeswohl gefährden.

Die Formen der Fremdplatzierung wie Heimunterbringung, Aufnahme in einer Pflegefamilie sowie Adoption sollen unter bindungstheoretischer Perspektive diskutiert und betrachtet werden.

Eine solche Perspektive bietet sich insofern an, als diese Maßnahmen das Bindungssystem der betreffenden Kinder oder Jugendlichen belasten. So wird ihnen zum einen anlässlich ihrer Platzierung doch leicht ein Objektstatus zugewiesen. Zum anderen werden sie an einen ihnen fremden Lebensort verbracht. Zudem ist ihr Bindungskonzept durch die prekären Lebenserfahrungen, die Anlass zu ihrer Fremdplatzierung gegeben haben, bereits stark verunsichert.

Daher muss sich die Frage stellen, wie sich gewährleisten lässt, dass eine solche Maßnahme tatsächlich dem Kindeswohl dient und nicht das Bindungskonzept des betreffenden Kindes oder Jugendlichen noch weiter belastet – im Sinne etwa einer kumulativem Traumatisierung.

 

Was sind die konkreten Inhalte?

Das Seminar öffnet den Teilnehmenden Denk- und Gesprächsräume hin zur Weiterentwicklung von verantwortungsvollem beruflichem Umgang mit Eltern, deren Kinder von Fremdunterbringung betroffen sind, und mit Kindern und Jugendlichen, welche in ambulanten, teilstationären und stationären Kontexten untergebracht sind. Insbesondere geht es um

  • Grundannahmen der Bindungstheorie
  • Veränderbarkeit von Bindungskonzepten
  • Kontinuum der Bindungsrepräsentanzen
  • Desorganisierte Bindung: Problem und Problemlösung
  • Reaktive Bindungsstörung – eine extreme, frühkindliche Beziehungsstörung
  • Die desorganisierte Hilfebeziehung
  • Die bindungskompetente professionelle Bezugsperson
  • Bindungsbeziehungen in Pflegefamilien
  • Adoption – psychiatrisches Risiko und/oder protektiver Faktor
  • Vergleich Pflegefamilie – Heim
  • Vergleich Pflegefamilie – Adoptivfamilie

 

Zielgruppe: An wen richtet sich das Seminar?

Zur Seminarteilnahme eingeladen sind Entscheidungsträger(innen) und Praktiker(innen) aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, die hinsichtlich dem verantwortungsvollen Thema „Fremdplatzierung“ direkt (Jugendämter, Jugendhilfe, Familiengerichte …) oder indirekt (Supervision, externe Beratung…) Entscheidungen zu treffen haben und pädagogisch, beraterisch und therapeutisch involviert sind.

 

Arbeitsformen: Wie arbeiten wir im Seminar?

Im Seminar wird in einem Wechsel von theoretischen Impulsen, Praxisreflexion, Selbsterfahrung, moderierter Plenumsdiskussion, Kleingruppen und Einzelreflexion gearbeitet. Die Bearbeitung Ihrer Fallvignetten ist möglich.

 

Teilnehmerzahl

Am Seminar können maximal 18 Personen teilnehmen.

 

Termin und Arbeitszeiten

Beginn: Mittwoch, 6. Dezember 2017,  9.30 – 12.30 & 14.00 – 17.00 Uhr

Ende: Donnerstag, 7. Dezember 2017,  9.00 – 12.30 & 14.00 – 17.00 Uhr

 

Fortbildungspunkte
werden bei Bedarf bei der Psychotherapeutenkammer Baden-Württemberg beantragt. Bitte notieren Sie auf dem Anmeldeformular unter Bemerkungen, dass Sie Fortbildungspunkte wünschen.

 

Für ganz Neugierige die passende Literatur

  • Roland Schleiffer, Fremdplatzierung und Bindungstheorie, Beltz/Juventa, 2016
  • Roland Schleiffer, Verhaltensstörungen: Sinn und Funktion, Carl-Auer-Verlag, 2013
  • Roland Schleiffer, Das System der Abweichungen, Carl-Auer-Verlag, 2012

 

Kosten

Teilnahmegebühr: 260,– €

Darin enthalten sind Pausenkaffee und Seminargetränke. Für das Mittagessen finden Sie zahlreiche Restaurants fußläufig in der näheren Umgebung. Für Pausenverpflegung bitten wir Sie selbst zu sorgen.

Für etwaige Übernachtungen tragen Sie bitte selber Sorge. Sie wünschen Unterstützung bei der Zimmersuche? Bitte melden Sie sich bei uns!

Einzelheiten zur Fördermöglichkeit für Ihre Teilnahme erfahren Sie unter: http://www.bildungspraemie.info

Eine von Ihnen beantragte Förderung wird zunächst mit der Teilnahmegebühr verrechnet. Bitte beachten Sie dabei, dass bei nicht Bewilligung dieser Förderung der Differenzbetrag zur vollen Teilnahmegebühr Ihnen nachträglich in Rechnung gestellt wird.

 

Zahlungsmodalitäten

Die Kosten werden mit der Einladung zum Seminar (ca. 6 Wochen vor Beginn) in Rechnung gestellt. Die Rücktrittsbedingungen finden Sie auf dem Anmeldeformular.

 

Anmeldung und Zulassung

Bitte melden Sie sich online oder schriftlich (siehe Anmeldeformular in der PDF-Datei) an.

Der Eingang der Anmeldung wird schriftlich bestätigt. Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen bis maximal 18 Plätze vergeben.

 

Vertragspartner ist tandem PRAXIS & INSTITUT GbR, Freiburg

Geschäftsführer: Gabi Locherer, Jochen Leucht

 

 Sie wünschen Beratung? Bitte melden Sie sich!

Fragen zur Veranstaltungsorganisation: Bei inhaltlichen Fragen:

Gisa Windhüfel

institut@tandem-freiburg.org

Jochen Leucht

leucht@tandem-freiburg.org

 

Telefon +49 (0) 761 – 45 89 56 33

Fax         +49 (0) 761 – 45 89 56 37

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie besondere Unterstützung/Assistenz brauchen.