2. Kompaktkurs „Systemische Traumapädagogik“

Für Mitarbeiter*innen aus stationären, teilstationären und ambulanten Kontexten der Sozialarbeit und der Gesundheitshilfe

Kompaktkurs „Systemische Traumapädagogik“

Wieso erschreckt Felix immer so heftig, wenn es mal laut wird?
Julias Vater hat wahrscheinlich im Krieg ein Trauma erlebt. Was bedeutet das für seine 7-jährige Tochter? Warum verlässt der 10-jährige Emir nicht mehr das Haus und bleibt der Schule fern? Was soll ich tun, wenn die 16-jährige Faizah abwesend wirkt – manchmal spricht sie sogar mit veränderter Stimme? Was tun, wenn…?

Mitarbeiter*innen in der Kinder- und Jugendhilfe sehen sich vielfältigen Fragestellungen in Bezug auf eine mögliche oder tatsächliche Traumatisierung gegenüber. Der Umgang mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen stellt eine große Herausforderung im Alltag dar. Die Arbeit mit ihnen bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Verunsicherung (auf allen Seiten), Stabilisierung, Wiedergewinnung von Sicherheit und Integration der erschütternden Erlebnisse in den biographischen Kontext. Dabei spielt das Wissen der Mitarbeiter*innen/Teams um die Aufrechterhaltung der eigenen Kraft und Gesundheit, dem Umgang mit Krisen und der eigenen Erholung eine wichtige Rolle, um einem „Ausbrennen“ oder sekundärer Traumatisierung der Helfer*innen effizient vorzubeugen.

Mit dem Kompaktkurs „Systemische Traumapädagogik“ wollen wir dem großen Bedarf an traumaspezifischem Wissen in der Kinder- und Jugendhilfe begegnen und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten entwickeln. Dabei wird die Vermittlung traumaspezifischen Wissens durch den bewährten systemischen Ansatz ergänzt. Dessen Stärke liegt im ausdrücklichen Einbezug des sozialen Systems des Kindes bzw. Jugendlichen (Familie oder auch Helfer*innensystem) und der konsequenten Orientierung an den Ressourcen der Betroffenen und des Helfer*innensystems.

Der Kompaktkurs richtet sich an Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe, die – weit entfernt von therapeutischen Aufträgen – mit den oben beschriebenen Anforderungen und Belastungen in ihrem Berufsalltag konfrontiert werden und sich für diese anspruchsvolle Arbeit konkrete Handlungsstrategien aneignen wollen.

 

Zielsetzung und Inhalte – Wie profitieren Sie vom Kurs?

Sie erweitern Ihr Wissen und Ihre Handlungskompetenz im Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Sie fühlen sich in den traumageschuldeten, komplexen alltäglichen Herausforderungen sicherer und erlernen alltagspraktisches Wissen und Fertigkeiten. Sie kennen Ihre Grenzen und wissen, wann eine psychotherapeutische Traumatherapie angezeigt ist bzw. wie sie diese in Ihrer beruflichen Rolle unterstützen können.

Sie setzen sich mit Ihrem Arbeitsfeld auseinander und reflektieren, wie Sie mit Ihren Stärken, Ihrem Humor und Ihrer Kreativität eine Bereicherung für ihre Klient*innen und Kolleg*innen sein und bleiben können.

 

Die Teilnehmer*innen

  • lernen die theoretischen Grundlagen der Psychotraumatologie bei Kindern, Jugendlichen kennen – akute und chronische Traumatisierung,
  • lernen, was Bindung mit Traumatisierung zu tun hat,
  • lernen, eine Traumatisierung zu erkennen,
  • lernen, was schadet und was hilft im Umgang mit traumatisierten Menschen – innere und äußere Sicherheit,
  • werden vertraut mit „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ nach akuter Traumatisierung,
  • lernen die Grundlagen der Psychoedukation zur Wissensvermittlung über Traumatisierung an Betroffene, Angehörige und Helfer*innenteams kennen,
  • lernen relevante Teile des systemischen Ansatzes kennen,
  • lernen, was eine sekundäre Traumatisierung ist,
  • reflektieren hilfreiche Grundhaltungen, Psychohygiene, Selbstfürsorge und Burnout-Prophylaxe des Helfer*innensystems und deren praktische Anwendung im Arbeitsalltag und
  • bekommen einen alltagspraktischen Einblick in die „Retter-Täter-Opferdynamik“ im Helfer*innensystem.

 

Arbeitsformen: Wie wird im Kurs gearbeitet?

Im Kurs wird in vielfältigen Settings und Formen gearbeitet: Theorieimpulse, Plenum, Kleingruppenarbeit, Rollenspiele, Übungen, Selbsterfahrungseinheiten, Supervision von Fällen und Praxisreflexion. Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis der Teilnehmenden und der Kursleitungen werden die Themen des Kurses in Verbindung mit Vorgehensweisen der Systemischen Praxis erarbeitet. Die Verbindung mit eigenen persönlichen Beziehungserfahrungen ist ein wichtiges Selbsterfahrungselement, das von der professionellen Praxis nicht zu trennen ist. Die Bereitschaft der Teilnehmer*innen, sich auch mit ihren persönlichen Erfahrungen einzubringen, ist von besonderer Bedeutung. Dabei wird vor dem Hintergrund des Kursthemas sensibel mit jeder/jedem einzelner/einzelnem Teilnehmer*in umgegangen.

 

Zielgruppe: An wen richtet sich der Kurs?

Der Kompaktkurs „Systemische Traumapädagogik“ richtet sich an Sozialarbeiter*innen, (Sozial-)Pädagog*innen, Heilpädagog*innen, Psycholog*innen, Erzieher*innen, Krankenschwestern, Pflegkräfte, Ärzt*innen, Lehrer*innen aus Feldern der Sozialen Arbeit und der Gesundheitshilfe. Wie z.B. Helfer*innen, die in Obhut genommene bzw. außerfamiliär untergebrachte traumatisierte Kinder und Jugendliche betreuen, dem Jugendamt, Erziehungsstellen, Fachdiensten und Beratungsstellen, dem Frühförder-, KiTa- und Hortbereich oder die als Lehrer*innen und Beratungslehrer*innen mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen konfrontiert sind.

 

Termine, Leitung und Kosten

„Systemische Traumapädagogik“ Termine Leitung Kosten
Abschnitt 1 12.–15.02.2018 Jochen Leucht 390,– €
Abschnitt 2 10.–13.09.2018 Jochen Leucht 390,– €

Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 780,– €.
In den Kosten sind Pausengetränke (Kaffee, Tee, Mineralwasser) enthalten; tandem PRAXIS & INSTITUT befindet sich in der Nähe zur Altstadt, wo zahlreiche Möglichkeiten zum Mittagessen vorhanden sind.
Bitte tragen Sie für etwaige Übernachtung selber Sorge. Sie benötigen Unterstützung? Bitte melden Sie sich!

 

Arbeitszeiten

Tag 1: 09.30–12.30 u. 14.00–17.30 Uhr
Tag 2: 09.00–12.30 u. 14.00–17.30 Uhr
Tag 3: 09.00–12.30 u. 14.00–17.30 Uhr
Tag 4: 09.00–12.30 u. 14.00–17.00 Uhr

 

Zahlungsmodalitäten & AGB

Die Kosten werden mit der Einladung zum jeweiligen Kursabschnitt (ca. 6 Wochen vor Beginn des Kursabschnitts) in Rechnung gestellt. Die Rücktrittsbedingungen finden Sie auf dem Anmeldeformular.

Grundlage zur Teilnahme am Kurs ist die Kursanmeldung. Sie melden sich mit der Anmeldung verbindlich zu allen Kursabschnitten an.

Änderungen wegen Krankheit der Referent*innne oder mangelnder Teilnehmer*innenzahl müssen vorbehalten bleiben. Bei zu geringer Teilnehmer*innenzahl behalten wir uns vor, den Kurs drei bis vier Wochen vor Beginn abzusagen, auch im Falle einer eigenen Verhinderung empfiehlt es sich, eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen.

 

Anmeldung und Zulassung
Bitte melden Sie sich schriftlich mit beigefügtem Anmeldebogen oder oder online über unsere Website (www.tandem-freiburg.org) an.
Der Eingang der Anmeldung wird schriftlich bestätigt. Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen bis maximal 16 Plätze vergeben.

Vertragspartner ist tandem PRAXIS & INSTITUT GbR, Freiburg
Geschäftsführer: Gabi Locherer & Jochen Leucht

 

Sie wünschen Beratung? Bitte melden Sie sich!

Fragen zur Veranstaltungsorganisation: Bei inhaltlichen Fragen:

Gisa Windhüfel

institut@tandem-freiburg.org

Jochen Leucht

leucht@tandem-freiburg.org

Telefon +49 (0) 761 – 45 89 56 33
Fax +49 (0) 761 – 45 89 56 37
Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie besondere Unterstützung/Assistenz brauchen.